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Wie Internet-Suchmaschinen die Meinungsbildung beeinflussen

Verfasst von Klaus Alrutz am 22. August 2008

Internet-Suchmaschinen tragen zur Bildung und Verbreitung von Meinungen bei. Dies geschieht vor allem durch die Platzierung der einzelnen Suchergebnisse in der Trefferliste. Wie diese Auswahl getroffen wird, daran sind die Web-Nutzer in gewisser Weise selbst beteiligt.

Prinzipiell kann jeder im Internet seine persönlichen Ansichten veröffentlichen, sofern diese gegen keine Gesetze verstoßen. Dass diese Beiträge später von Suchmaschinen in Trefferlisten im Bereich der oberen Plätze aufgeführt werden, ist aber nicht garantiert. Ein Beispiel verdeutlicht, wie es zu einer Quasi-Filterung unter Mitwirkung von Internet-Nutzern kommen kann.

Schreibt beispielsweise ein Wissenschaftler eine Abhandlung über ein Thema, das von seinen Kollegen als unwichtig oder gar unglaubwürdig eingestuft wird, so wird auf die entsprechende Internet-Seite kaum oder gar nicht verwiesen. Aber die Veröffentlichung eines anderen Wissenschaftlers, der einen weiteren Aspekt des Themas beleuchtet und eine in der Forschergemeinde gängigere Sichtweise vertritt, erzielt eine größere Popularität. Seine Online-Ausführung wird daher häufiger verlinkt.

Suchmaschinen bewerten die Relevanz einer Internet-Seite und der darauf gegebenen Informationen nach verschiedenen Kriterien. Eines dieser Kriterien ist, wie viele andere Online-Präsenzen auf die entsprechende Seite verweisen. Hierbei gilt: Je mehr Links zu finden sind, desto größer ist die Relevanz. Sucht nun ein Anwender nach einem bestimmten Begriff, werden in der Trefferliste die Web-Adressen mit der höchsten Relevanz zuerst angezeigt. In dem Beispiel der wissenschaftlichen Veröffentlichungen wäre dies der unter den Kollegen anerkannte Ansatz. Die Darstellung der weniger akzeptierten Sichtweise des anderen Wissenschaftlers würde in der Trefferliste – wenn überhaupt – weit abgeschlagen auf einem der letzten Plätze angezeigt. Die meisten Suchenden klicken vor allem die ersten Einträge in einer Trefferliste an und lernen somit die ohnehin schon weit verbreitete Sichtweise kennen. Dadurch wird indirekt die in dem Exempel weiter unten in der Liste platzierte Darstellung kaum oder gar nicht wahrgenommen.

Für den Anwender bedeuten diese komplizierten Sachverhalte, dass er gut darin beraten ist, bei einer Web-Suche auch einmal einen Blick auf Ergebnisse der Suche zu werfen, die von Suchmaschinen als weniger relevant eingestuft worden sind.

Quelle: Global Press/Yahoo

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