Paypal-Anwender im Visier professioneller Online-Krimineller
Verfasst von Klaus Alrutz am 23. Juli 2008
Auf Nutzer des Online-Bezahlverfahrens Paypal haben es jetzt Online-Kriminelle verstärkt abgesehen. Sie versenden derzeit millionenfach Nachrichten, mit denen sie ihre Opfer auf einen gefälschten Internet-Auftritt locken, um den Benutzerzugang zu dem Bezahlsystem zu reaktivieren. Dies soll nötig sein, weil der Account laut der Nachrichtentexte durch eine nicht autorisierte Transaktion angeblich gesperrt worden ist. Die durch das Anklicken des Links aufgerufene scheinbare Paypal-Service-Seite ist so professionell aufgemacht, dass einem Laien der Betrug kaum auffallen dürfte. Ist der Computer des Nutzers nicht ausreichend geschützt, wird allein schon durch den Besuch dieser gefälschten Seite ein sogenannter Trojaner auf dem Rechner installiert. Davor warnt jetzt G Data, ein Hersteller von IT-Sicherheitslösungen.
Die Nutzer werden auf der Internet-Seite dazu aufgefordert, sich einzuloggen. Es ist offensichtlich, dass es die Kriminellen auf die Paypal-Account-Namen und die dazugehörigen Passwörter abgesehen haben. Doch damit nicht genug: Klickt sich der Anwender durch das Menü, erscheinen in einem Formular etliche Felder, die er ausfüllen soll. Unter anderem fragt das System die Nummer der Kreditkarte ab – inklusive der dazugehörigen Kontrollnummer. Damit sich das Opfer nicht vertippt und auch wirklich die richtigen Daten an die Kriminellen übermittelt, haben sie sogar Hilfestellungen in Form von Grafiken eingebaut, mit denen die Nummern auf den Karten aufgefunden werden.
Normalerweise werden solche gefälschten Web-Seiten relativ rasch nach dem Bekanntwerden des betrügerischen Hintergrunds aus dem Web genommen. In diesem Fall ist dies jedoch nicht so leicht möglich. Die Online-Kriminellen haben die Internet-Adresse paypal-xxxxxxx-xxxxxxx.com offenbar über eine chinesische Scheinfirma gekauft, die Daten des Internet-Auftritts sollen auf einem australischen Server liegen. Paypal ist bereits über den aufwendig inszenierten Betrugsversuch informiert. Wer eine solche E-Mail erhält, sollte auf keinen Fall den darin enthaltenen Link anklicken. Ist dies bereits geschehen, könnte sich Schad-Software auf dem Rechner installiert haben. Auf der Internet-Seite sollten in den Formularen keinerlei Felder ausgefüllt werden, damit die Online-Kriminellen nicht auch noch an die Bankdaten eines weiteren Opfers gelangen.
Quelle: Global Press/Yahoo

















































