Was passiert eigentlich, wenn man immer und überall seine E-Mail-Adresse hinterlässt? Ein Sicherheitsunternehmen machte jetzt den Test: In einem ungewöhnlichen Experiment haben sich 50 Menschen aus zehn Ländern im Internet mit Werbe-Mails zuschütten lassen.
Am Ende wunderten sie sich über nichts mehr. Nicht über Körperteile, die sich problemlos verlängern lassen, nicht über Lottogewinne ohne vorherigen Spieleinsatz, und nicht über reiche Verwandte aus Nigeria, die plötzlich verstorben sind und dessen Erbe doch transferiert werden müsse. Allerdings gebe es da noch Verfahrenskosten, die vorher bitte schön überwiesen werden müssten.
50 Internetnutzer aus zehn Ländern hat der IT-Sicherheitsspezialist McAfee ausgewählt, mit E-Mail-Adressen und Kreditkarten ausgestattet und in die Welt des Spam geschickt, wie unerbetene Werbe-Mails genannt werden. Sie sollten ihre Spam-Filter ausschalten, auf schmuddelige Internetseiten surfen und an Glücksspielen teilnehmen. Hemmungsloses Websurfen, wie man es sich heute kaum noch traut. Zu recht wohl.
Denn das Ergebnis ist beeindruckend: Mehr als 100.000 Werbemails innerhalb von vier Wochen ließen die Postfächer der Experiment-Teilnehmer überlaufen. Statistisch prasselten auf jeden Surfer etwa 70 Spam-Nachrichten pro Tag nieder. Aber eben nur statistisch. Wer in den USA das Internet nutzt, bekommt zehn Mal mehr Werbebotschaften als deutsche Surfer.
Nach der Spam-Dauerberieselung ziehen die Teilnehmer des Experimentes zwei Lehren. Spammer machen vor nichts Halt und es gibt nichts umsonst im Leben. Wer das eingesehen hat, sollte sich selbst schützen: Niemals seine Mail-Adresse im Internet veröffentlichen, nicht an Gewinnspielen teilnehmen und auf keinen Fall Internet-Links in Werbe-Mails anklicken. Auch nicht wenn sie dem Nutzer versprechen, dadurch von der Werbeliste gestrichen zu werden. Natürlich sollte jedes E-Mail-Postfach einen Spam-Filter haben, der am Ende verhindert, das Körperteile verlängert werden.
Quelle: Welt-Online

















































