Passwörter sicher wählen

Sensible Daten sollen durch Passwörter geschützt werden. Das funktioniert jedoch nur dann einigermaßen verlässlich, wenn der Anwender bei der Wahl der Kennwörter nicht zu nachlässig vorgeht.Je mehr sich das Internet in vielen Bereichen des Lebens als ein wichtiges Medium durchsetzt, desto häufiger muss der Anwender Passwörter festlegen. Ein einmal ausgesuchtes Passwort wird von vielen Nutzern über lange Zeit beibehalten. Der Sicherheit ist das nicht förderlich. Denn falls sich ein Dritter beispielsweise Zugang zu einem E-Mail-Konto verschafft hat, würde er nur durch eine Änderung des Kennwortes ausgesperrt. Deshalb ist es sinnvoll, Passwörter spätestens nach einigen Monaten, besser nach einigen Wochen zu ändern.Weil es vielen Computer-Nutzern zu umständlich ist, sich mehrere Kennwörter zu merken, verwenden sie für verschiedene Bereiche dieselben Passwörter. So werden zum Beispiel das Benutzerkonto bei einem sozialen Netzwerk, beim E-Mail-Anbieter, bei Ebay und der Zugang zur Online-Bezahlplattform Paypal mit nur einem Passwort abgesichert. Gelangt ein Unbefugter an dieses Passwort, kann er damit nicht nur finanziellen Schaden anrichten. Auch in sozialen Netzwerken kann er durch Äußerungen im Namen einer anderen Person deren Ruf empfindlich schädigen oder die E-Mail-Adresse des Anwenders missbrauchen.Schon beim Festlegen eines Passwortes kann dessen Wirksamkeit beeinflusst werden. Wer es sich einfach macht und etwa die Nummernfolge “12345″ auswählt, macht es auch Passwortdieben leicht. Denn bei Kriminellen sind solche Zeichenabfolgen als gern genommene Passwörter bekannt. “Muster” auf der Tastatur sind ebenso beliebt. Hierunter ist etwa “mhtfc” oder “ydthmlp” zu verstehen.Damit Kennwörter besser im Gedächtnis bleiben, werden gern vertraute Begriffe verwendet. Häufig sind dies etwa die Namen der Kinder, der Ehefrau, der Haustiere, die Bezeichnung des eigenen Hobbys oder andere Dinge, die sich bei Kenntnis der Vorlieben des Benutzers leicht erraten lassen. Insbesondere für Nutzer sozialer Netzwerke kann dies problematisch werden. Wer sich mit dem Benutzerprofil und damit auch mit den persönlichen Vorlieben eines Mitglieds beschäftigt, kann unter Umständen leicht auf Passwörter schließen.Moderne Software zum Knacken von Passwörtern kann zudem simple und kurze Buchstabenfolgen einigermaßen rasch herausfinden. Je länger und komplexer ein Kennwort ist, desto länger brauchen solche Spionage-Programme zur Entschlüsselung. Aus diesem Grunde empfiehlt es sich, eine Länge von mindestens acht Zeichen für das Passwort zu wählen. Ziffern sollten mit Buchstaben in Groß- und Kleinschreibung sowie Sonderzeichen kombiniert werden. Außerdem erhöht es die Sicherheit, wenn Passwörter - zumindest für einen fremden Betrachter - keinerlei Sinn ergeben. Ein Trost bleibt all jenen, die sich durch das Merken und Ändern von Kennwörtern genervt fühlen: In Zukunft werden andere Mechanismen die Passwörter ersetzen. Stimmanalyse, Fingerabdruck und Irisscan sind einige Konzepte, die derzeit weiterentwickelt werden. Auch Software, die automatisch Einmal-Passwörter erstellt, kann finanzielle Transaktionen im Internet sicherer und leichter gestalten. Denn der Anwender muss sich keine komplexen Zahle-Buchstaben-Kombinationen mehr merken.

Quelle: Yahhoo News Gaby Schulemann-Maier/cid

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